Therapieformen
Es gibt zahlreiche Therapieformen, die wir den jeweils individuellen Bedürfnissen der Patienten anpassen. Mit regelmäßigen Weiterbildungen erweitern wir zudem unser fachliches Wissen.
Nebenstehend finden Sie die wichtigsten Therapieformen.
Sie werden – bei Kindern oft spielerisch – mit handwerklichen, künstlerischen und alltagspraktischen Techniken angewandt. Aber auch der Computer nimmt einen Platz in unserer Therapiearbeit ein, zum Beispiel beim Hirnleistungstraining.
Möglich ist bei uns auch eine Neurofeedback-Therapie, mit
der gezielt die Gehirnfunktion verbessert werden kann.
Zudem nutzen wir speziell entwickelte Therapie-Konzepte. Dazu gehört zum Beispiel das Konzentrationstraining nach dem Marburger Modell, das sich bei Kindern in der Praxis bewährt hat.
Neurofeedback
Menschen können fast alles erlernen, vorausgesetzt es besteht eine Rückkopplung – ein Feedback – zwischen Gewollten und Erreichten.
Die meisten Funktionen unseres Körpers und unseres Geistes können wir nicht bewusst wahrnehmen und beeinflussen. Sie werden automatisch gesteuert. Aber wir können sie trainieren. Ein solches Training wird genutzt, wenn eine dieser automatisch ablaufenden Funktionen gestört ist, nachlässt oder ganz ausfällt. Dabei hilft die Neurofeedback-Therapie. Ziel ist es, die Gehirnfunktion zu verbessern.
Sie können zum Beispiel davon profitieren bei:
Aufmerksamkeitsstörungen, Lernstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstörungen, Autismus, Migräne, Apoplex, Epilepsie, akuten
und chronischen Schmerzen, Demenz und anderen Erkrankungen.
Beim Neurofeedback werden Elektroden auf den Kopf geklebt, die – wie
bei einem EEG – die elektrische Aktivität des Gehirns aufzeichnen. Anhand der jeweiligen Muster dieser EEG-Wellen lassen sich gewisse Zustände
und kognitive Prozesse im zentralen Nervensystem erkennen. Diese Wellenmuster ändern je nach psychischem und physischem Zustand des Menschen. Beim Neurofeedback sieht der Patient auf einem Bildschirm eine Animation, die sich je nach veränderter Gehirnaktivität erkennbar verändert. So kann ein Verhalten trainiert werden, das eine günstigere Hirnwellen-Aktivität auslöst.
Wichtig ist ein regelmäßiges Training, am besten zweimal pro Woche.
Wie funktioniert Neurofeedback?
(NDR, Sendung "Visite", 2010)
(Vollbild per Doppelklick)
Marburger Konzentrationstraining
Das Marburger Konzentrationstraining ist ein auf Selbstinstruktion basierendes, kognitiv-verhaltenstherapeutisches Training für Vorschul- und Schulkinder im Alter von fünf bis etwa zwölf Jahren. Es wurde Anfang der 1990er Jahre von dem Marburger Schulpsychologen Dieter Krowatschek entwickelt und wird vorwiegend bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung eingesetzt.
Das Marburger Konzentrationstraining soll den Kindern die Methode der verbalen Selbstinstruktion sowie grundlegende Arbeitstechniken für den Schul- und Hausaufgabenalltag vermitteln. Weitere Bestandteile sind Entspannungstechniken, etwa durch Autogenes Training, und Verhaltensmodifikation, unter anderem durch positive Verstärkung, zur Verbesserung von Selbsteinschätzung und Selbstkontrolle. Ziel ist eine Veränderung von einem impulsiven hin zu einem reflexiven kognitiven Arbeitsstil.
sensomotorisch-perzeptive Behandlung
Eine sensomotorisch-perzeptive Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der sensomotorischen und perzeptiven Funktionen mit den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen.
Ziel der Therapie ist u.a. das Desensibilisieren und Sensibilisieren einzelner Sinnesfunktionen, die Koordination, Umsetzung und Integration von Sinneswahrnehmungen, Verbesserung der Körperwahrnehmung, der Abbau pathologischer Haltungs- und Bewegungsmuster und Bahnung normaler Bewegungen, die Verbesserung der Gleichgewichtsfunktion, das Kompensieren eingeschränkter praktischer Möglichkeiten durch die Verbesserung der kognitiven Funktionen, das Erlernen von Ersatzfunktionen, die Verbesserung im situationsgerechten Verhalten und der zwischenmenschlichen Beziehungen, das Erlangen der Grundarbeitsfähigkeiten sowie eine bessere der Mund- und Essmotorik.
Die Therapie orientiert auf eine insgesamt bessere Lebensführung, auch unter Einbeziehung technischer Hilfen.
Hirnleistungstraining
Ein Hirnleistungstraining bzw. eine neuropsychologisch orientierte Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der neuropsychologischen Hirnfunktionen, besonders kognitiver Störungen und der daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen.
Ziel der Therapie ist es unter anderem, kognitive Funktionen wie Konzentration, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Orientierung, Gedächtnis sowie die Fähigkeit zur Handlungsplanung und Problemlösung zu erhalten oder zu verbessern. Angestrebt werden das Erlangen der Grundarbeitsfähigkeiten und eine verbesserte eigenständigen Lebensführung, ggf. mit technischen Hilfen.
psychisch-funktionelle Behandlung
Eine psychisch-funktionelle Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der psychosozialen und sozioemotionalen Funktionen und den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen.
Sie umfasst insbesondere verbesserte, stabilere psychische Grundleistungsfunktionen wie Antrieb, Motivation, Belastbarkeit, Ausdauer, Flexibilität und Selbständigkeit in der Tagesstrukturierung, ein Verbessern eingeschränkter körperlicher Funktionen wie Grob- und Feinmotorik, Koordination und Körperwahrnehmung, eine verbesserte Körperwahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung, eine verbesserte Realitätsbezogenheit, der Selbst- und Fremdwahrnehmung, eine Verbesserung des situationsgerechten Verhaltens, aber auch der sozioemotionalen Kompetenz und Interaktionsfähigkeit,der kognitiven Funktionen, der psychischen Stabilisierung und des Selbstvertrauens.
Insgesamt zietl die Therapie auf eine verbesserte eigenständige Lebensführung und verbesserte Grundarbeitsfähigkeiten.
motorisch-funktionelle Behandlung
Eine motorisch-funktionelle Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der motorischen Funktionen und der daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen.
Ziel ist es unter anderem pathologischer Haltungs- und Bewegungsmuster abzubauen, physiologischer Funktionen aufzubauen oder zu erhalten, die Grob- und Feinmotorik, die Koordination von Bewegungsabläufen und die funktionelle Ausdauer zu verbessern, ebenso die Gelenkfunktionen. Zu den Therapiezielen zählen zudem das Desensibilisieren bzw. Sensibilisieren einzelner Sinnesfunktionen, die Schmerzlinderung, das Erlernen von Ersatzfunktionen und das Verbessern der eigenständigen Lebensführung, ggf. auch mit technischen Hilfen.